Einige Monate später…

Hallo Blog,

ich habe mich eine Weile gar nicht mehr mit dir beschäftigt. Dabei solltest du mir dabei helfen, diese schreckliche Anspannung, die ich immer beim Schreiben habe abzubauen.

Im Moment investiere ich viel Zeit in die Jobsuche. Dabei ist auch das Thema Promotion aufgekommen. Ich habe viel zu sagen und würde meine Gedanken nur zu gerne in einer solide recherchierten Doktorarbeit bündeln.

Bei der Suche nach einem Job werde ich auf Grund einer chronischen Erkrankung von einem sehr netten, engagierten Inklusionsberater unterstützt. Er hat mich in meinem Promotionsvorhaben bestärkt, und mir nebenbei einen weiteren Datenpunkt geliefert:

Bisexualität würde intergeschlechtliche Menschen ja ausschließen.

Bei dieser Aussage fehlt wieder das Grundverständnis für beide Gruppen. Bei progressiven Menschen echt ein sich häufendes Phänomen.

Inter* ist keine völlig neue dritte Art von Geschlecht. Viele intergeschlechtliche Menschen fühlen sich als Männer oder Frauen, ohne dass der Zusatz inter* an Bedeutung verliert oder plötzlich komplett wegfällt.

Die Inter*-Flagge zeigt nicht umsonst Lila, die Mischfarbe aus Blau und Rosa. Das Symbol ist nicht zum Spaß ein Kreis, als den Teil den die Frau- und Mann-Symbole gemeinsam haben. Ein anderes Symbol wie ein Viereck wäre total unpassend und würde sicher von Inter*-Interessengruppen abgelehnt werden.

Bisexuelle haben nicht gesammelt etwas gegen intergeschlechtliche Menschen (oder androgyne Menschen im weitesten Sinne). Weder im Alltag noch auf irgendeiner abstrakten, sprach-philosophischen Ebene. Eher im Gegenteil.

Es gibt hier tatsächlich ein paar schöne Parallelen. In unserer Flagge gibt es auch die Farbe Lila, zwischen Blau für Heterosexualität und Rosa für Homosexualität. Das macht Sinn, denn unsere gleich- oder verschiedengeschlechtliche Liebe ist nicht was völlig anderes als die von Homo- oder Heterosexuellen. Meine Liebe zu einem Mann unterscheidet sich nicht wesentlich davon, wie eine heterosexuelle ihn lieben würde. Meine Liebe zu einer Frau ist nicht schlechter als die von einer Lesbe.

Obwohl eine eigene Kategorie nötig ist, sind Inter* und Bi* auch beides und nicht etwas anderes, völlig abgetrenntes vom großen Rest.

Im Englischen nennt man dieses Ziehen einer klaren Linie, wo keine ist oder sein sollte, auch „othering“. Marginalisierung durch die Überbetonung von Andersartigkeit.

Inter* und Bi* sind binäre oder nicht-binäre Kategorien, je nach Perspektive. Diese Ambivalenz finde ich wertvoll, denn sie ist wohl einfach das, was die Realität am besten abbildet.

(Beitragsbild: Die Inter*-Flagge. Mir liegt das Thema sehr am Herzen, deswegen werde ich noch viel mehr dazu schreiben in Zukunft.)

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