ZWEI-Serie, Teil III: „Bi heißt auch trans*“

(Teil I, Teil II)

Wenn über Pansexualität gesprochen wird, geht es oft um die Abgrenzung zu Bisexualität. Was ist der Unterschied? Meiner Meinung nach gibt es keinen.

Das heißt: Für “trans*” hätte ich in dieser Überschrift auch viele andere Wörter einsetzen können, wie inter*, nicht-binär, androgyn und “geschlechts-nicht-konform”.

Man wird sehr viele bisexuelle Menschen finden, die an solchen Menschen partnerschaftlich und/oder sexuell interessiert sind.

Es gibt außerdem Trans*menschen, Inter*menschen, nicht-binäre und/oder androgyne Menschen, die den Begriff Bisexualität für ihre eigene sexuelle Orientierung bevorzugen.

Tatsächlich ist die einzige nicht-binäre Person, die ich persönlich kenne, offen bisexuell und in einer Partnerschaft mit einem anderen Bisexuellen. Das ist natürlich nur eine Anekdote. Bei Trans*menschen konnte allerdings in Studien nachgewiesen werden, wie groß die Überschneidung zwischen trans* und bi wirklich ist.

Es scheint so, als ob könnte das Wort Bisexualität für viele Trans*menschen die Erfahrung des eigenen Geschlechts sehr gut spiegeln. Dazu würde ich gerne noch einmal einen eigenen Beitrag machen, in dem diese Menschen selbst zu Wort kommen.

Bis dahin ein paar Zahlen: In dieser Studie z.B. wurden über 6.000 Trans*menschen nach ihrer sexuellen Orientierung gefragt und 23% haben „bisexuell“ angegeben. In dieser weiteren Trans*-Studie sind es 27% Bisexuelle, gefolgt von „queer“ mit 24% und „pansexuell“ mit 15%, bei 530 Befragten. „Bisexuell“ ist in beiden Studien knapp die am häufigsten genannte sexuelle Orientierung von Trans*menschen.

Wer dann noch Bücher wie “Bi Any Other Name” oder Getting Bi liest, in denen viele verschiedene Bisexuelle über ihre sexuelle Orientierung sprechen, merkt schnell, wie wunderbar vielfältig (und inklusiv) bisexuelle Lebensrealitäten sein können.

Natürlich gibt es bisexuelle Menschen, für die Geschlecht strikt zweigeteilt ist. Eine Schublade hier und die andere dort drüben. So sehen das auch viele homo- und heterosexuelle Menschen.

Würde man aber z.B. die Transphobie einer einzelnen bisexuellen Person, auf die Selbstbezeichnung “bisexuell” zurückzuführen, wäre das eine negative Pauschalisierung von Bisexuellen, und damit biphob.

Bisexuelle verdienen es genauso wie andere als Individuen beurteilt zu werden, ohne dass die Handlungen eines einzelnen der gesamten “Gruppe” angehängt werden.

Bei der hohen Zahl bisexueller Trans*menschen erscheint die pauschalisierende Verknüpfung von Bisexualität mit Transphobie besonders perfide. Umso wichtiger bisexuelle Vielfalt sichtbarer zu machen!

(Bild: Die alternative Transgender-Flagge von Jennifer Pellinen, die der Bi-Flagge bewusst sehr ähnlich sieht)

2 Kommentare zu „ZWEI-Serie, Teil III: „Bi heißt auch trans*“

Gib deinen ab

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: