Es…biginnt.

Hallo Welt! Zuerst muss ich dir sagen, dass ich sehr erleichtert war, als ich bemerkt habe, dass blöde Wortwitze mit „bi“ auch im Deutschen funktionieren. Aber jetzt zum Punkt:

Auf diesem Blog soll es um Bisexualität gehen. Die ganze Zeit. Auf Deutsch. Es gibt mehr zu sagen, als zu hoffen wäre. Bisexualität – einfach die Mitte, wo sich Homo- und Heterosexualität treffen – ist „in der queeren Szene ein umstrittener Begriff“.

Mit diesem und ähnlichen Sätzen bin ich vor kurzem aus meinem regenbogenfarbenen Wunschtraumland gerissen worden, in dem ich mich die letzten paar Jahre nichtsahnend total wohl und akzeptiert gefühlt hatte.

Ein kurzer Rückblick: Mein letztes großes Outing hatte ich 2012(?) mit 26 Jahren. Der Tag, an dem ich mich endlich selbst akzeptierte, war einer der schönsten in meinem Leben. Endlich machte alles einfach Sinn. Ich war im Heimathafen angekommen, nach zwei langen nerven-zerreibenden Irrfahrten in lesbische und heterosexuelle Identitäten.

In Mainz, wo ich immer noch wohne, schien die queere Community (relativ) groß und vor allem offen zu sein. Angenehm fortschrittlich, solidarisch, bunt gemischt. Mit anderen queeren Menschen konnte ich mich auf eine Weise austauschen, wie es mit heterosexuellen Menschen manchmal nicht möglich war. Ich fühlte mich sicher und verstanden. Bis plötzlich „groß und offen“ über das Wort Bisexualität gesprochen wurde:

Veraltet, schwammig, fragwürdig, umstritten, diskriminierend, problematisch…

Klingt das wie Solidarität? Ist das Akzeptanz?

Mir wurde klar, dass „mein Wort“ eher toleriert als akzeptiert wird. Oder anders gesagt: dass viele bei der LSBTIQ+-Buchstabensuppe direkt auf der dritten Nudel ausrutschen. Nach so vielen gemeinsamen Gesprächen, Vorträgen, Unternehmungen und Demonstrationen unter dem Motto „Akzeptanz statt Toleranz“ war das mehr als verletzend. Dabei dachte ich, dass gerade in der queeren Community, verstanden wird, dass ein Label zur Selbstbezeichnung, das einen mit vielen Menschen verbinden kann, politisch äußerst wichtig ist, und auch psychisch äußerst wichtig sein kann. So wie queer, so wie lesbisch, so wie schwul, so wie homosexuell, so wie trans, so wie inter…

Jetzt ist die Blase geplatzt. Mein queeres Zuhause ist ungemütlich geworden. Unterstützung gibt es viel, aber immer auch mit Einschränkungen, mit Vorsicht, mit (biphober) Kritik. Warum?

Eine amerikanische Bekannte hat mir erzählt, dieselbe queere Debatte um Bisexualität hätte es in den USA vor 5-6 Jahren auch schon gegeben. Sie sei heute (2017) längst vorbei, und ich denke, das ist dem großen Einsatz bisexuelle_r Aktivist_innen in den USA zu verdanken.

Anscheinend müssen wir in Deutschland da jetzt auch noch einmal durch, am besten zusammen und (sprach-barrierefrei) auf Deutsch.

Also los.

 

bi-flag 0

(Diese wunderbare Version der Bi-Flagge stammt von hier)

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